Temperguss Verschraubungen 40 mm
Häufige Fragen & Hilfe
Bei Tempergussfittings können Sie wie bei allen Metallfittings die Gewinde sowohl mit Hanf und einer Dichtpaste, als auch mit Gewindedichtband aus Teflon (PTFE) abdichten. Beachten Sie allerdings, dass sich PTFE-Gewindedichtband nur für Gewinde bis ca. 1" Durchmesser eignet. Für Metallfittings hat sich die Abdichtung mit Hanf als beste Variante etabliert. Hanf ist quellend und dichtet somit zusätzlich ab.
Gewindedichtmaterial finden Sie unter: Gewindedichtmaterial für Gewindefittings
Eine Anleitung zum Abdichten verschiedener Gewinde finden Sie unter: Gewindefittings und -rohre abdichten
In der Wassertechnik hat sich das Whitworth-Rohrgewinde (BSP-Standard) etabliert, welches standardmäßig zum Einsatz kommt. Alle Tempergussfittings sind mit entsprechendem Gewinde ausgestattet und können leicht mit Gewindefittings aus PVC, PP, Edelstahl, Messing und anderen Materialien kombiniert werden. Die Innengewinde sind in der Regel parallel bzw. zylindrisch und die Außengewinde konisch bzw. kegelig, wodurch eine dichte Verbindung durch ein einfaches Festschrauben gewährleistet wird.
Bei einer Verbindung mit Metallrohren aus anderen Materialien (Mischinstallation) ist die Fließrichtung des Wassers zu beachten. Herebei gilt die Regel, dass unedlere Metalle immer vor den edleren verwendet werden müssen. So müssen kupferhaltige Werkstoffe nach verzinkten Eisenwerkstoffen (z. B. Temperguss) im Wasserkreislauf verbaut werden. Um einen kupferinduzierten Lochfraß oder generelle Probleme durch Kontaktkorrosion in Rohrleitungen zu vermeiden, ist diese Reihenfolge zwingend einzuhalten.
Schwarzer und weißer Temperguss unterscheiden sich im Kohlenstoffgehalt (Temperkohle), welcher je nach Temperung unterschiedlich ausfällt. Bei weißem Temperguss wird das Gusseisen mit Sauerstoffzufuhr getempert (über einen langen Zeitraum erhitzt). Dabei verglüht die Kohle weitestgehend. Der Sauerstoff kann allerdings nur in die äußere Schicht eindringen, weshalb die Wandstärke der Produkte 20 - 30 mm nicht übersteigen sollte, um ein gleichmäßiges Gefüge zu erhalten.
Schwarzer Temperguss wird unter Ausschluss von Sauerstoff getempert. Hierzu wird ein Schutzgas eingeleitet, welches nicht mit der Kohle reagiert. Hier ergibt sich über das gesamte Werkstück, unabhängig der Materialstärke, ein gleichmäßiges Gefüge. Schwarzer Temperguss besitzt mehr Kohlenstoff und korrodiert etwas schneller. Ausführliche Werkstoffinformationen finden Sie in unserem Ratgeber zu weißem und schwarzem Temperguss.
Rohrfittings aus weißem, wie auch aus schwarzem Temperguss werden meist zusätzlich verzinkt (tauchverzinkt), um die Korrosionsbeständigkeit zusätzlich zu verbessern und Flugrost zu vermeiden. Informationen zum Veredelungsprozess finden Sie unter Galvanisieren & Verzinken.
Hochwertige verzinkte Temperguss Verschraubungen (auch als Rohrkupplungen bekannt) sind die funktionalen Spitzenreiter im Rohrleitungsbau, wenn es um die Erstellung von trennbaren, wartungsfreundlichen Verbindungen geht. Im Gegensatz zu starren Muffen- oder Nippelverbindungen bestehen Verschraubungen aus einem dreiteiligen System, das über eine zentrale Überwurfmutter zusammengehalten wird. Dies bietet den unschlagbaren Vorteil, dass sich die beiden Anschlussseiten unabhängig voneinander drehen und festschrauben lassen – ideal für den nachträglichen Einbau in bereits bestehende, starre Rohrnetze. Alle angebotenen Kupplungen bestehen aus langlebigem, weißen Temperguss und sind durch eine dicke Tauchverzinkung optimal vor allgemeiner Korrosion an Rohrleitungen geschützt. Da wir in unserem Onlineshop ausschließlich verzinkte Tempergussfittings führen, sind diese Verschraubungen bestens für feuchtigkeitsbelastete Systeme im Sanitär-, Heizungs- und Außenbereich gerüstet.
Dank der standardisierten Whitworth-Rohrgewinde lassen sich die dreiteiligen Rohrverbinder nahtlos verarbeiten und flexibel mit Pumpen, Filtern, Aggregaten oder klassischen Stahlrohren verschrauben. Sie ermöglichen den unkomplizierten Ausbau von Anlagenkomponenten zu Wartungszwecken, ohne dass die gesamte Rohrleitung demontiert werden muss. Falls Sie für hochsensible Prozesse in der Lebensmittelindustrie oder hochkorrosive Chemieumgebungen nach Werkstoffalternativen oder direkt nach Absperrarmaturen suchen, bieten wir Ihnen ein umfangreiches Sortiment in den Kategorien für Messing Gewindefittings sowie Edelstahl Gewindefittings an.
Einsatzbereiche von Temperguss Verschraubungen & Kupplungen
Verzinkte Temperguss Verschraubungen kommen überall dort zum Einsatz, wo Rohrleitungen zu Wartungs-, Reinigungs- oder Reparaturzwecken regelmäßig getrennt werden müssen oder wo starre Rohrstrecken unter mechanischer Spannung spannungsfrei zusammengeführt werden sollen. Aufgrund ihrer enormen Temperatur- und Druckbeständigkeit eignen sie sich für Kalt- und Heißwassersysteme, Heizungsanlagen, die Löschwasserversorgung sowie für Gasleitungen und industrielle Wasserdampfanlagen bis zu 300 °C. Die dicke Zinkschicht schützt die Kupplungen dabei zuverlässig vor Schwitzwasserbildung, was sie auch für den ober- und unterirdischen Außenbereich sowie für Kühlkreisläufe qualifiziert.
Unterschied zwischen flach- und konisch dichtenden Verschraubungen
Um die passende Kupplung für Ihre spezifische Montageanforderung zu finden, unterscheidet man grundlegend zwischen zwei Dichtungsprinzipien:
- Flach dichtende Temperguss Verschraubungen: Bei dieser Variante werden die beiden Innenteile flach aufeinandergepresst. Die Abdichtung erfolgt über eine dazwischengelegte, flache Dichtung (z. B. aus EPDM oder AFM). Sie bieten den Vorteil, dass sie bei der Montage leichte axiale Verschiebungen im Rohrsystem verzeihen. Beachten Sie hierbei jedoch, dass das Dichtungsmaterial zusätzlich bei der chemischen Beständigkeitsanalyse berücksichtigt werden muss.
- Konisch dichtende Temperguss Verschraubungen: Diese Ausführungen kommen komplett ohne zusätzliche, weiche Dichtung aus. Die Innenteile sind präzise konisch geschliffen (Metall-auf-Metall-Dichtung) und dichten rein mechanisch durch das feste Anziehen der Überwurfmutter ab. Sie sind absolut wartungsfrei, extrem langlebig und ideal für sehr hohe Temperaturen, da kein Dichtungsring spröde werden oder schmelzen kann.
Eigenschaften, Druckstufen & Qualitätsmerkmale
Der hier verarbeitete weiße Temperguss (DIN EN 1562 / GJMW) garantiert ein homogenes Materialgefüge mit exzellenter Zähigkeit und Festigkeit. Durch das hochwertige Verfahren des Galvanisierens & Tauchverzinkens weisen unsere Kupplungen eine Zinkbeschichtung auf, die rund 50 % dicker ist als die normative Mindestanforderung, was dauerhaften Schutz im harten Arbeitsalltag bietet.
- Materialbasis: Weißer Temperguss (Zähes Qualitäts-Gusseisen, Typ GJMW)
- Oberflächenfinish: Intensiv tauchverzinkt (Kein rostanfälliger schwarzer Temperguss im Sortiment)
- Druckbeständigkeit: Zuverlässiger Betriebsdruck von bis zu 25 bar (bei Temperaturen bis 120 °C) und 20 bar (von 120 °C bis max. 300 °C)
- Gewindenormung: Präzise BSP-Gewinde nach EN 10226-1 / ISO 7-1 (konische Außengewinde, parallele Innengewinde) sowie ISO 228-1 für die Überwurfmutter
- Zertifikate: Vollständige Abdeckung der DIN EN 10242 (Design Symbol A) inklusive laufender Überwachung durch die MPA
Medienkompatibilität
Verzinkter Temperguss verhält sich absolut neutral beim Transport von Kalt-, Warm- und Heizungswasser, Alkoholen, Druckluft, Stickstoff sowie gängigen Ölen und Kraftstoffen (Diesel, Benzin). Bei Kontakt mit Wasser bildet sich im Inneren eine schützende Oxidschicht. Absolut ungeeignet ist der Werkstoff hingegen für salzhaltige Medien (Meerwasser, Sole), chlorhaltiges Poolwasser sowie konzentrierte Säuren, Laugen und reinen Sauerstoff.
Praxistipp zur Gewindeverarbeitung
Während die eigentliche Trennstelle der Verschraubung (flach oder konisch) über die Überwurfmutter abgedichtet wird, müssen die Anschlussgewinde zum Rohr hin mit passendem Gewindedichtmaterial versehen werden. Im professionellen Metallrohrbau hat sich das Abdichten mit klassischem Dichthanf und einer passenden Dichtpaste als unschlagbare Methode etabliert. Der Hanf quillt bei minimaler Feuchtigkeit selbstständig auf und verschließt die Gewindegänge absolut zuverlässig, lässt sich aber bei späteren Systemänderungen dennoch wieder demontieren.
Temperatur-/Druckdiagramm
Bitte beachten Sie bei der Auslegung Ihrer Anlage, dass die maximale Druckfestigkeit von Temperguss-Gewindefittings direkt mit der Medientemperatur korreliert. Mit zunehmender thermischer Belastung sinkt der maximal zulässige Betriebsdruck des Werkstoffs. Das Diagramm liefert hierzu Richtwerte für das Medium Wasser über einen kalkulierten Zeitraum von 25 Jahren.