Edelstahl V2A und V4A

mcm-systeme.de
Werkstoffe / Materialien

Edelstahl ist eine Legierung aus verschiedenen Metallen, welche je nach beigefügter Menge die Eigenschaften des Stahls verändern. So können Edelstähle je nach Einsatzbereich und Anforderungen entsprechend hinsichtlich der Verformbarkeit, der Beständigkeit oder andere Parameter angepasst werden. Edelstahl ist somit nicht gleich Edelstahl. Die am häufigsten verwendeten Edelstahlsorten im Rohrleitungsbau sind die beiden Varianten V2A (Werkstoff 1.4301, DIN X5CrNi18-10) und V4A (Werkstoff 1.4404, DIN X2CrNiMo17-12-2), welche häufig auch mit der amerikanischen Bezeichnung AISI304 und AISI 316 oder AISI 316L angegeben werden.

AISI steht hierbei für „American Iron and Steel Institute“, welches den Standard für die Stähle in den USA definiert. Bei der Bezeichnung „Inox“ handelt es sich um Edelstahl im Allgemeinen. Die Bezeichnung lässt keinen Rückschluss auf den eigentlich verwendeten Edelstahl zu und wird lediglich für Vermarktungszwecke eingesetzt.

Einsatzbereich

Beide Stahllegierungen gehören zu den rostfreien Stählen und können für den Transport von Wasser verwendet werden. Das beim V4A-Stahl beigefügte Molybdän sorgt für eine wesentlich bessere Beständigkeit gegenüber aggressiven Chemikalien und zeichnet sich in der Wassertechnik durch eine längere Lebenszeit aus. Beide Werkstoffe sind nicht für den dauerhaften Kontakt mit Salzwasser ausgelegt.

V4A Edelstahl ist in der Liste für unbedenkliche Werkstoffe in Kontakt mit Trinkwasser des Umweltbundesamtes aufgeführt und kann für den Transport von Trinkwasser verwendet werden. Beide Legierungen können für Tieftemperaturen und für hohe Temperaturen bis 200 °C eingesetzt werden. Die Verarbeitung erfolgt über Edelstahl-Schweißverbinder,Edelstahl-Gewindefittings oder über Edelstahl-Pressfittings, welche mit einer Presszange verklemmt werden.

Bezeichnungen

Mittlerweile haben sich viele verschiedene Bezeichnungen für ein und denselben Werkstoff etabliert, welche von Laien häufig durcheinandergewürfelt werden. Zudem hat jedes Land seine eigenen Regeln zur Bildung der Bezeichnungen festgelegt, was zusätzlich für Verwirrung sorgt. Im Folgenden sind die beiden Stahlsorten mit der Werkstoffnummer 1.4301 und 1.4404 mit den jeweiligen Bezeichnungen nach DIN ISO, der EN (Europäische Norm) und der AISI-Norm.

Norm V2A V4A
Werkstoffnummer 1.4301 1.4404
EN - Europäische Norm X5CrNi18-10 X2CrNiMo17-12-2
AISI - American Iron and Steel Institute AISI 304 AISI 316/316L
UNS- Unified Numbering System for Metals and Alloys S 30400
Grade 304
S 31603
Grade TP 316 L
AFNOR - Association française de normalisation X5CrNi18-10 / NF EN 10088-1 (06-2005) (FR) X2CrNiMo17-12-2 / NF EN 10028-7 (01/2000) (FR)
BS - British Standards X5CrNi18-10 / B.S.EN 10088-1 (06-2005) (GB) X2CrNiMo17-12-2 / B.S.EN 10028-7 (01-2000) (GB)

Die DIN EN ISO-Normen lässt bereits im Namen des Werkstoffes Rückschluss auf seine Zusammensetzung erkennen. So stehen die Abkürzungen der chemischen Elemente Cr (Chrom), Ni (Nickel) und bei V4A zusätzlich Mo (Molybdän) in der Mitte, gefolgt von den Masseneinheiten 18-10 bei V2A-Stahl und 17-12-2 bei V4A Stahl. Die Masseneinheiten sind als % vom Gewicht zu verstehen und beziehen sich in der angegebenen Reihenfolge auf die angegebenen Metalle der Legierung. So macht bei V4A-Stahl Chrom 17 %, Nickel 12 % und Molybdän 2 % des Gewichts aus (Durchschnittswerte). Das „X“ am Anfang der Klassifikation, gefolgt von einer Zahl, bezieht sich auf den Kohlenstoffgehalt, welcher bei 2 unter 0,03 %, bei 5 unter 7 % und bei 10 unter 10 % des Materialgewichts liegt.

Die Bezeichnungen V2A und V4A resultieren aus den Versuchsreihen der ersten Legierungen. Das V steht dabei für „Versuch“ und das A für „Austenit“. Bei „Austenit“ handelt es sich um eine Modifikation (Phase), bei der die Eisenatome ähnlich wie bei einem Kristallgitter angeordnet sind. Diese Struktur ermöglicht eine besonders hohe Kohlenstoffaufnahme.