Von der Planung bis zum fertigen Gartenteich

Der eigene Gartenteich – von der Planung bis zum fertigen Teich!

Ein Gartenteich ist nicht nur ein sehr belebendes Element in der eigenen Grünoase, sondern bringt auch zahlreiche neue Gestaltungsmöglichkeiten mit sich. Darüber hinaus wird eine ganz neue Welt für potenzielle Teichbewohner wie Fische, Insekten und Amphibien geschaffen. Doch der Weg zum eigenen Gartenteich ist lang und bedarf einer guten Planung. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte des Planungsprozesses genauer erklärt.

Flacher Gartenteich auf einer Wiese
Bevor das Projekt Teichbau begonnen wird, sollte der Sinn und Zweck geklärt werden. Dient der Teich als Wellnessoase, lediglich als Highlight im Garten oder als neues Zuhause für verschiedene Tierarten?
Gartenteich mit frischer Quelle
Dieser Teich wurde für die Tierwelt angelegt. Bei einem Koiteich wird im Gegensatz zum normalen Gartenteich auf Flachwasserzonen verzichtet.

Der passende Standort – wo soll der Teich angelegt werden?

Bei der Wahl des Standorts ist darauf zu achten, dass diese als quasi endgültig angesehen werden kann. Zwar ist eine spätere Verlegung innerhalb des Gartens durchaus möglich, jedoch nur mit sehr großem Aufwand durchführbar. Es gibt sowohl praktisch-funktionale als auch ästhetische Faktoren, die der perfekte Standort für den Gartenteich erfüllen sollte. Zu denen gehören:

  • Halbschatten: Die Pflanzen- und Tierwelt im Teich braucht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sonne und Schatten.
  • Laub: Ein Standort unter Bäumen oder nah bei Büschen sorgt für Laub und Blütenblätter im Gartenteich.
  • Einsehbarkeit: Der Teich sollte nicht allzu verborgen liegen, damit der Gartenbesitzer diesen von seinen Lieblingsplätzen aus in Augenschein nehmen kann.
  • Form: Wird eine bestimmte Teichform gewünscht, sollte der Standort so gewählt werden, dass der Gartenteich dort auch realisierbar ist.
  • Sicherheit: Bei der Installation des Gartenteichs sollte der Verlauf von Leitungen und Kabeln berücksichtigt werden. Auch weitere Sicherheitsaspekte wie der Abstand zum Nachbargrundstück (Überlaufrisiko) und die Möglichkeit, bei kleinen Kindern einen Zaun aufzustellen, spielen bei der Planung eine wichtige Rolle.
Zeichnung eines Grundstücks mit Teich
1. Kleine Sträucher und andere Pflanzen spenden den Tieren Schatten.
2. Im Idealfall ragen die Äste von Bäumen nicht über den Teich, denn sonst wird dieser unnötig durch herabfallende Blätter verschmutzt.
3. Das Sichtfeld zum Teich sollte nicht durch große Pflanzen behindert werden.
4. Die Teichform muss zum Grundstück passen.
5. Nutzen Kinder das Grundstück zum Spielen, ist eine Umzäunung des Teichs anzuraten.

Die Wahl des Standorts für den Gartenteich sollte also sehr sorgfältig angegangen werden, um spätere Probleme vorsorglich zu vermeiden. Weitere Informationen zum Standort sind in unserem speziellen Ratgeber zu finden.

Rechtliche Bestimmungen – was ist beim Bau eines Gartenteichs zu beachten?

Bevor der Gartenteich angelegt wird, muss zunächst geprüft werden, ob dafür eine Baugenehmigung erforderlich ist. Leider ist das Baurecht Ländersache, so dass in jedem Bundesland andere Regelungen und Einflussfaktoren vorherrschen.

Die möglichen Parameter im Überblick:

  • Wasservolumen
  • Wasserfläche (z.B. in Schleswig-Holstein)
  • Tiefe des Gartenteichs
  • Widerspruch zum Bebauungsplan (bei größeren Teichen)
  • Erforderliche Genehmigung durch die Naturschutzbehörde (Teiche außerhalb eines geschlossenen Bebauungsgebiets)

Entsprechende Auskünfte über eine eventuell erforderliche Baugenehmigung erteilt das örtliche Bauordnungsamt.

Wer einen Gartenteich im Garten einer Mietwohnung errichten möchte, benötigt dazu die Genehmigung seines Vermieters. Sollte der Vermieter ablehnen, besteht unter Umständen jedoch trotzdem die Möglichkeit, den Teich anzulegen. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Vermieter bereits in der Vergangenheit einem Mieter in der Wohnanlage (auch angrenzende Häuser) die Anlage eines Teichs erlaubt hat. In einem entsprechenden Urteil des LG Dortmund (Az.: 1 S 11/99) wurde dies klargestellt.

Weitere rechtliche Bestimmungen betreffen die Verkehrssicherungspflicht des Teichbesitzers. Wer auf seinem Grundstück einen Gartenteich (Größe beliebig) errichtet, hat nach geltender Rechtsprechung eine Verkehrssicherungspflicht. Dies ist vor allem deshalb wichtig, offene Wasserflächen auf Kinder sehr anziehend wirken. Wie genau diese Verkehrssicherungspflicht ausgestaltet ist, ist in unserem Ratgeber zu rechtlichen Bestimmungen festgehalten.

Rechtliche Bestimmungen im Überblick:

  • Erforderlichkeit einer Baugenehmigung für den Gartenteich prüfen
  • Als Mieter eine Genehmigung vom Vermieter einholen
  • Verkehrssicherungspflicht bedenken

Materialbeschaffung – was für ein Gartenteich soll angelegt werden?

Kleiner Fertigteich mit Seerosen.
Fertigteiche können bis zu 1,50 Meter tief sein und 25.000 Liter Wasser fassen. Die Teichschale besteht aus Glasfaserverstärkten Kunststoffen, kurz GFK. Das Material ist besonders UV beständig, belastbar und kostengünstig.

Bevor es an den Bau des Gartenteichs geht, müssen die Materialien gekauft werden. Dies wiederum erfordert natürlich eine Entscheidung über die Art des Teichs. Ganz grundsätzlich wird dabei zwischen einem Folienteich und einem Fertigteich unterschieden. Während der Fertigteich aus einem bereits fertiggestellten Teichbecken besteht, wird der Folienteich durch Auslegen der Teichfolie am gewünschten Ort im Garten errichtet.

Beide Varianten haben Ihre Vor- und Nachteile, die in der folgenden Tabelle kurz aufgezeigt werden:

FertigteichFolienteich
Kostenteure Variantegünstiger
AusstattungPflanzzonen bereits integriertPflanzzonen können/müssen selbst gestaltet werden
HaltbarkeitTeichbecken aus festem Materiel, robust gegen BeschädigungenPVC-Folie kann leichter beschädigt werden
Größemax 10 qmfreie Wahl
Formvorgegebenfreie Gestaltungsmöglichkeit
Einbaurelativ einfachmehr Planung erforderlich
Einpassung ins Geländestarr, wenig Möglichkeitfreie Gestaltungsmöglichkeit
ReparaturschwierigReparaturen der Folie sind einfach

Die Wahl der Teichfolie – welche Folie ist die Richtige?

In Bezug auf den Folienteich ist auch noch die Art der Teichfolie interessant. Neben der normalen PVC-Folie, die sich gut verarbeiten lässt und zudem recht günstig ist, kann auch EPDM-Teichfolie verwendet werden. Diese ist zwar deutlich teurer, weist aber auch eine bessere UV-Beständigkeit und Haltbarkeit auf. Sollte die Teichfolie also nicht komplett mit Böschungsmatten, Vegetation oder Wasser bedeckt sein, stellt die EPDM-Folie die deutlich bessere Wahl dar.

Teichfilter – ja oder nein?

Eine Filteranlage hat den Zweck, das Wasser im Gartenteich mechanisch und auch bakteriologisch zu reinigen. So wird es zunächst von Laub und Schmutz befreit, um danach Stickstoffverbindungen zu entfernen. Die zusätzliche Zirkulation sorgt zudem dafür, dass das Wasser mit Sauerstoff angereichert wird. Es ist zwar durchaus möglich, einen Gartenteich ohne Filter und Pumpe zu unterhalten, jedoch kann dies schnell zu Problemen führen. Gerade wenn Fische dort angesiedelt werden sollen, ist ein Filter unerlässlich, da der Kot und die Futterreste sonst schnell für eine Algenblüte sorgen können. Bei der Installation des Filters sind zudem folgende Fragen zu klären:

  • Wie viel Volumen fasst der Teich? Die Filteranlage sollte leistungstechnisch passend gewählt werden.
  • Wie soll das Leitungssystem aussehen? Wird eine feste Verrohrung oder eine Leitung mit Schläuchen bevorzugt?

Weitere Informationen zu den benötigten Materialien finden Sie hier.

Bauausführung – wie wird der Gartenteich letztlich angelegt?

Wurde der Standort gewählt und die Größe sowie die Art des Teichs bestimmt, steht als letzte Station auf dem Weg zum eigenen Gartenteich die tatsächliche Bauausführung an. Diese besteht aus folgenden Schritten:

  1. Teichgrube ausheben (ab einer bestimmten Größe sollte ein Minibagger gemietet werden)
  2. Folienvlies verlegen (bei einem Folienteich dient dies dem Schutz der Folie vor Wurzeln und Steinen)
  3. Foliengröße ermitteln (die Folie sollten an den Rändern zusätzlich 40-60 cm überstehen)
  4. Teichfolie verlegen (hier kann eventuell eine Verschweißung oder Verklebung verschiedener Bahnen erforderlich werden)
  5. Teichfilter installieren (dieser wird vielfach am Rand des Teichs eingegraben und durch PVC-Rohre oder Schläuche mit dem Teich verbunden, eine Teichpumpe wird zudem am Teichgrund installiert)
  6. Böschungsmatten und evtl. Pflanztaschen befestigen
  7. Außengestaltung und Pflanzensetzung (hier sind der Kreativität des Hobbygärtners keine Grenzen gesetzt)
  8. Gartenteich wässern
Mann schaufelt Erde aus einer Grube
Bevor das Vlies und die Teichfolie ausgelegt werden können, muss die Grube ausgehoben werden.
Teich wird mit Wasser befüllt.
Der Teich wurde mit Folie ausgelegt und wird nun mit Wasser befüllt.
Fast komplett befüllter Teich.
Spezielle Mikroorganismen fördern den Schmutzabbau und die Entgiftung des Wassers. Die Wasserqualität wird dadurch deutlich verbessert.
Naturteich mit Steg am Rand.
Der fertige Teich bietet Pflanzen und Tieren eine ideale Heimat.

Eine ausführliche Abhandlung zur Bauausführung finden Sie hier.

Diese grobe Anleitung zeigt die wichtigsten Schritte beim Bau eines Gartenteichs auf. Natürlich sind noch viele weitere Aspekte wie die Verbindung der Rohre oder Schläuche mit PVC-Fittings und die Beklebung der Teichfolie mit Steinfolie zu bedenken. Mit den richtigen Werkstoffen und ein bisschen Pfiff kann jedoch letztlich jeder seinen eigenen Gartenteich anlegen.

Bilderquellen:

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