Geodätische Saughöhe

Die geodätische Saughöhe ist die maximale Höhe, bei der Wasser durch Pumpen angesaugt werden kann, ohne dass das Wasser Verdampft. Diese Höhe liegt aufgrund von Reibung in den Saugleitungen in der Pumpentechnik bei maximal 7 m bis ca. 8 m. Die Saughöhe ist dabei der Abstand zwischen der Pumpe (Mitte des Laufrades) und dem Wasserspiegel des anzusaugenden Wassers. Die geodätische Saughöhe ist nur für selbstansaugende Pumpen wie z. Gartenpumpen oder Hauswasserwerke / Hauswasserautomaten interessant. Je höher die Pumpe das Wasser ansaugen muss, desto geringer fällt die Fördermenge aus, sodass die Fördermenge bei 7 – 8 m gegen 0 geht.

Ursachen

Um Wasser 10 m hoch zu befördern, muss ein Druck von etwa 1 bar aufgewendet werden. Für eine Förderhöhe von 20 m etwa 2 bar usw. Man spricht dabei vom hydrostatischen Druck. Umgekehrt muss ein Druck von 1 bar aufgebracht werden, um das Wasser entsprechend 10 m anzusaugen. Da allerdings auf der Erde nur ein Luftdruck von grob 1 bar herrscht (je nach Höhenlage) müsste die Pumpe ein Vakuum saugen, um das Wasser entsprechend 10 m anzusaugen.

Dabei treten gleich mehrere Probleme auf. Wird das Wasser jetzt auf eine entsprechende Höhe angesaugt, nimmt der Wasserdruck zur Pumpe hin ab, sodass Gase, welche im Wasser gelöst sind, nicht mehr vom Wasser gehalten werden können und aus dem Wasser entweichen. Außerdem fängt das Wasser an zu verdampfen, da die Verdampfungstemperatur erheblich singt. Es kocht praktisch, nur bei sehr viel niedrigeren Temperaturen. Als Folge kann das Laufrad der Pumpe durch Kavitationsvorgänge beschädigt werden.

Alternativen zu Saugpumpen

Je nach Ansaughöhe können Saugpumpen extrem unwirtschaftlich und unökologisch sein, da je nach gewünschter Fördermenge eine überdimensionierte Pumpe benötigt wird, wenn diese das Wasser aus einem sehr tiefen Brunnen oder Ähnlichem fördern soll. Hier eignen sich Tauchpumpen, welche direkt in das Wasser getaucht werden (z. B. Tiefbrunnenpumpen), da die Förderhöhe nicht durch die geodätische Saughöhe eingeschränkt wird. Hier gibnt es ebenfalls Einschränkungen bei sehr hohen Förderhöhen (100 m entsprechen etwa 10 bar), da hier auch entsprechende Rohre oder Schläuche verwendet werden müssen, welche für den Druck ausgelegt sind.

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Ein Kommentar

  1. Wir haben einen sehr hohen Grundwasserspiegel, daher dachten wir, wir könnten das Wasser einfach ansaugen. Ihr Artikel zur geodätischen Saughöhe und unsere Immissionspumpversuche belehren uns eines besseren: Bei unserem knapp 10 Meter tiefen Loch verdampft das Wasser wenn man es ansaugt.

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